Recht

Rechtliche Grundlagen eines Vaterschaftstests

Darf ein Vaterschaftstest heimlich durchgeführt werden?

Je nach Land ist die Rechtslage eine andere. Im Normalfall bedarf es der Zustimmung von allen involvierten Parteien um diesen Test durchzuführen. So ein Vaterschaftstest ohne ausdrückliche Zustimmung - also heimlich - durchgeführt wird, so sieht sich der Durchführende mit - je nach Herkunftsland - verschiedenen Gesetzeslagen konfrontiert. Während beispielsweise der deutsche Bundesverfassungsgerichtshof diesem Beweis in einem Verfahren das volle Vertrauen ausspricht, so spricht er getreu salomonischer Weisheit im selben Atemzug jedem Vater das Recht auf Kenntnis der Abstammung des eigenen Kindes zu.

In den meisten Ländern Europas sind im Stillen durchgeführte Vaterschaftstests nicht strafbar - Die Beweiskraft vor Gericht ist jedoch eingeschränkt weshalb es sich empfiehlt in dieser Hinsicht den offiziellen Rechtsweg zu beschreiten um auch von Seiten der Justiz volle Rückendeckung für sein Tun und Wirken zu erhalten.

Gendiagnostikgesetz

Der deutsche Gesetzgeber hat mit Wirkung vom 01. Februar 2010 das Gendiagnostikgesetz in Kraft gesetzt. Dieses behandelt die Thematik der genetischen Untersuchung am Menschen und die gesetzlichen Rechte und Pflichten die hieraus entstehen. Im Kern dieses Gesetzes findet man den wahrscheinlichen wichtigsten Passus: für eine Untersuchung ist eine Einwilligung aller zu untersuchenden Personen notwendig. Geheime Vaterschaftstests sind folglich illegal. Zudem werden im Gesetzestext auch die Details hinsichtlich Qualitätskriterien und Qualifizierung der Labore und Institute näher geregelt. Hinsichtlich Methodik werden hohe Maßstäbe verlangt.

Mit Wirkung vom 01. Februar 2011 müssen alle Labore, welche Abstammungsgutachten durchführen über eine gültige Akkreditierung verfügen um ihre Dienste im Raum der Bundesrepublik legal durchführen zu dürfen. Die Resultate müssen auf einer fundierten Basis erstellt werden und den Leitlinien der Qualitätssicherung entsprechen.